Einladung zur Fotoausstellung von Peter und Thomas Rössing
Einladung zur Fotoausstellung von
Der erste Weltkrieg (1914 - 1918) war beendet und für Deutschland verloren. Große Arbeitslosigkeit, Rezession und Inflation mit anschließender Währungsumstellung bestimmten die Zeit. Das beispielgebende Hamburger Chilehaus gilt neben dem Sprinkenhof als Zeichen des Aufschwungs und Ausdruck des Aufbauwillens der Hamburger Wirtschaft nach dem Ersten Weltkrieg. Es wurde mitten in der Inflationszeit begonnen und wurde das Aushängeschild des Hamburger >>Kontorhausviertels.<< Bauherr des Chilehauses war der Kaufmann und Unternehmer Henry B. Sloman. Er hatte Hamburg als junger Mann mittellos in Richtung Chile verlassen und war hier später durch den Handel mit Salpeter aus den Minen in Chile reich geworden. 1898 kehrte er als 50 - jähriger mit einem geschätzten Vermögen von 60 Millionen Reichsmark in seine Heimatstadt zurück und ließ hier in den frühen Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts das zehnstöckige Gebäude errichten.
Sloman ließ sich von mehreren Architekten Entwürfe ausarbeiten. Den Auftrag erhielt letztlich Fritz Höger, der sich durch seine Bauten in der Mönkebergstrasse - Rappolt - und Klöpperhaus - qualifiziert hatte. Die Architektur von Fritz Höger war beispielgebend für den Backstein - Expressionismus der 1920 - er Jahre. Als Vorbild diente die norddeutsche Backsteingotik. Damit die vom Bauherrn gewünschte Gesamtfläche von ca. 30.000 m² Nutzfläche auf einem 5.950 m² großen Baugrundstück erreicht wurde, musste ein zehngeschossiges Hochhaus mit 42 m Gebäudehöhe erstellt werden. Um den massigen Gesamteindruck abzumildern wählte der Architekt eine Ausführung als Staffelgeschosse in den oberen Stockwerken. Höger ließ das Gebäude im märkischen Verband ( zwei Läufer, ein Kopf ) mauern. Es hat als eines der wenigen Kontorhäuser alle Epochen überdauert. Seine markante und weltberühmte Gebäudespitze verfügt über den europaweit spitzesten Fassadenwinkel und wirkt wie ein imposanter Schiffsbug.
Die gesamte Außenfassade mit ihren 2.800 Fenstern ist geschwungen. 750 Güterwagen Zement und 4,8 Millionen "Bockhorner Klinker", von denen F. Höger schreibt: - Erwähnt sei noch, daß ich für die Fronten des Chilehauses ausgerechnet Ausschußklinker wählte, die sonst normalerweise allenfalls für Schweineställe, Fußböden - Pflasterungen gut genug waren - wurden verbaut. Am 14. Mai 1922 war Baubeginn, und in weniger als 2 Jahren Bauzeit wurde eines der spektakulärsten Büro - und Geschäftshäuser am 1. April 1924 der Öffentlichkeit übergeben. gez. Peter und Thomas Rössing
Schlüsselwörter:
Architektur,
Fotoausstellung
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